
Vertrag für die Entlohnung der Schwangerschaftsarbeit (2025),
Ausstellungsraum Klingental 2025
Es gibt viele Argumente, Schwangerschaft gesellschaftlich als Arbeit anzuerkennen. Zum einen ist da die ökonomische Relevanz von Schwangerschaft für unsere Wirtschaft: Nach Silvia Federici ist Schwangerschaft, die Produktion neuer Arbeitskräfte, die Grundlage für die kapitalistische Produktion. Aber auch auf individueller Ebene spricht vieles dafür: Schwangerschaft ist eine körperliche Tätigkeit, welche viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nimmt. Es wird dabei ein Kind «produziert» und Wertschöpfung generiert. Die künstlerische Arbeit leitet einen Diskurs über gesellschaftliche Teilhabe und die ökonomischen Bedingungen von Reproduktion ein und hinterfragt moralische Grundwerte.
Die künstlerische Arbeit habe ich über einen Zeitraum von rund zwei Jahren entwickelt. Wissen aus der Medizin, dem Vertragsrecht, zu juristischer Sprache, über Leihmutterschaft und ökonomische Modelle habe ich mir während meiner Recherche angeeignet. Formelle und informelle Gespräche, sowie Iterationen mit Expert:innen (Hebamme, Juristin und Sozialanthropologin) sind in den Vertragstext eingeflossen. Der Vertrag ist von einer Grafikerin gestaltet und als Edition erschienen, er kann unterzeichnet und eingesetzt werden. Der Vertrag als juristisches Instrument wird Gegenstand künstlerischer Betrachtung und schlägt die Brücke zum politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Meine Arbeitsweise ist Ausdruck meiner Überzeugung, dass wir als Gemeinschaft über gesellschaftsrelevante Themen nachdenken und an Lösungen arbeiten müssen.
Die Arbeit entstand im Austausch mit Expertinnen:
Gespräche und Beratung: Emma Vogt, BSc Hebamme | Grace Wittmer, BLaw, MLaw | Anna Vollmer Mateus, BA Politikwissenschaft und Ethnologie | Daniela Beck, Diplom LbK, Mutter EFZ | Grafik: Leonie Schmid, Grafikerin EFZ |
Der Vertrag kann als Edition zur Verwendung und Unterzeichnung erworben werden.



Vertrag für die Entlohnung der Schwangerschaftsarbeit (2025),
Diplom 2025 ZHdK